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25 Jahre Landesverband NRW
von Stephanie Sack und Horst Gottaut
Engagement aus eigener Erfahrung
Den Landesverband NRW der Deutschen Vereinigung Morbus Bechterew e.V. gibt es seit 1984.
„Für uns ist das 25-jährige Jubiläum auch persönliche Geschichte“, sagt Gerhard Wietlake, Büroleiter in der Landesgeschäftsstelle an der Huckarder Str. 2-8. Er und seine Kollegin Annette Sladek sind dort seit 2006 Ansprechpartner für Betroffene und Angehörige. 350.000 Menschen in der BRD leben mit der Diagnose Morbus Bechterew.
Was sie bedeutet, wissen beide aus eigener Erfahrung. „Bei mir fing es schon früh mit Rückenschmerzen an. Lange Zeit habe ich das auf meine Sitzhaltung bei der Arbeit geschoben“, erzählt Wietlake, der als Ingenieur oft viele Stunden am Schreibtisch verbracht hat. Die Schmerzen wurden stärker, eine Odyssee von Arzt zu Arzt begann. Es hat lange gedauert bis die richtige Diagnose gestellt wurde. Das war 1983, 12 Jahre nach den ersten Symptomen. „Die Vermutung eines Masseurs brachte meinen Hausarzt auf die Spur.“ Heute kann Wietlake darüber schmunzeln. Damals war es ein schwerer Schlag.
Morbus Bechterew ist eine rheumatische Erkrankung der Wirbelsäule. Sie verläuft in Schüben und ist häufig mit starken Schmerzen verbunden. Die Wirbelsäule kann sich verkrümmen und steif werden.
Aufrecht gehen mit starkem Netzwerk
Heilbar ist Morbus Bechterew nicht. Medikamente können aber den Verlauf mildern. Bewegung ist sehr wichtig, um der Versteifung vorzubeugen.
Wietlake hat sich 1984 der Gruppe Dortmund angeschlossen. Sie bietet spezielle für Bechterewler geeignete Gymnastik, Informationsveranstaltungen und vor allem den Kontakt zu anderen Betroffenen. Das Selbsthilfe-Netzwerk funktioniert. „Hier habe ich Rückhalt gefunden und gemerkt, dass die Diagnose nicht das Ende bedeutet. Auch mit Morbus Bechterew kann man aufrecht gehen und voll im Beruf stehen.“
Und der Leistungsdruck in der Arbeitswelt ist heute sehr stark. Arbeitgeber stehen Betroffenen häufig mit Vorbehalten gegenüber. „Sie müssen 125 Prozent Leistung bringen. Ich selbst stand damals ständig unter Druck und habe irgendwann die Stelle gekündigt“, erinnert sich die 57-Jährige Annette Sladek, die sich 1983 einer Aufrichtungsoperation unterzog. Heute geht sie selbstbewusst durchs Leben und leistet wertvolle Beratungsarbeit in der Geschäftsstelle: „Gut zuhören ist für uns das Wichtigste.“
Foto: Gerhard Wietlake und Annette Sladek sind stolz auf 25 Jahre Selbsthilfearbeit. Mit der druckfrischen Imagebroschüre im Gepäck kamen sie und weitere 200 Mitglieder aus den örtlichen Gruppen zur Jubiläumsfeier im Saalbau des Freischütz in Schwerte.
Die Teilnehmer der Jubiläumsfeier wurden mit einem abwechslungsreichen Programm aus Arztvorträgen, Hip-Hop- und Ballettaufführungen sowie mit einem reichhaltigen Buffet belohnt.
Zahlreiche Festredner überbrachten ihre Glückwünsche, darunter der Bürgermeister aus Schwerte, der Landtagsabgeordnete der Region, die Vorsitzenden des DVMB-Bundesverbandes und des Landesverbandes Niedersachsen, die stellvertretende Vorsitzende des Behindertensportverbandes NRW und der Geschäftsführer der LAG-Selbsthilfe. Zum Ausklang bot ein gemütlicher Abend reichlich Gelegenheit zu Gesprächen, Geselligkeit, Unterhaltung und Tanz. Das wurde dann auch freudig und ausgiebig genutzt.
Foto: Stephanie Sack





